Fragen & Antworten

 

1. Warum sind „Katzenaugen“ überholt?

Die so genannten „Katzenaugen“, die laut StVZO für jedes Fahrrad vorgeschrieben sind, gehen auf eine Erfindung des Engländers Percy Shaw aus dem Jahre 1934 zurück. Die Technik ist damit über 70 Jahre alt. Mittlerweile sind jedoch neuere Technologien auf dem Markt, die die Katzenaugen im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen lassen:

  1. Werden die Katzenaugen von einer Lichtquelle angestrahlt, also zum Beispiel von einem Autoscheinwerfer, nimmt der Autofahrer nur zwei einzelne Lichtreflexe wahr. Neue Technologien, wie zum Beispiel Reifen oder Felgen mit Reflexstreifen oder silberne Speichenreflektoren, sind über den gesamten Rundlauf des Rades gleichmäßig verteilt. Dadurch wird die reflektierende Fläche nicht nur wesentlich größer. Bei Dunkelheit ist außerdem deutlich die runde Form eines Radreifens erkennbar und der Autofahrer weiß sofort: Achtung, Fahrradfahrer!
  2. Neue Technologien haben außerdem einen höheren, intensiveren Rückstrahlwert als Katzenaugen, unter anderem durch die so genannte Glaskugeltechnik.
  3. Darüber hinaus strahlen die neuartigen Speichenreflektoren das Licht aus beinahe jedem Winkel zurück. Selbst wenn ein Autofahrer mit eingeschaltetem Scheinwerfer im Dunkeln direkt hinter einem Radfahrer fährt, sind die weiß reflektierenden Speichen noch zu erkennen. Diese Leistung erreichen Katzenaugen nicht.

 

2. Lassen noch mehr Vorschriften nicht immer weniger Leute auf das Fahrrad umsteigen?

Schon jetzt gibt es Vorschriften für die Ausstattung von Fahrrädern mit reflektierendem Material – den Katzenaugen – und das aus dem guten Grund der Sicherheit. Durch eine Regelung, die das neuartige silberne Reflexmaterial, also zum Beispiel reflektierende Speichen oder Speichenclips vorschreibt, würden die Ausrüstungsvorschriften für Fahrräder somit nicht weiter ausgebaut, sondern nur dem aktuellsten Stand der Technik angepasst. Und das ist dringend nötig. Außerdem: Sicherheit geht immer vor Bürokratieabbau.

 

3. Warum muss man bei der Fahrradsicherheit umdenken?

Nicht nur die Autoindustrie entwickelt in rasantem Tempo neue technische Möglichkeiten, auch das Fahrradfahren bewegt sich längst auf hohem technischem Niveau. Das ist auch nötig, denn das Verkehrsgeschehen auf den Straßen wird komplexer, Fahrradfahren als Alternative zum Pkw immer beliebter und das Zweirad in der Konsequenz immer stärker als gleich berechtigter Verkehrspartner anerkannt. Nicht zuletzt erreichen viele Fahrräder heutzutage problemlos die Geschwindigkeit eines Mofas oder sind sogar schneller. Dieser Entwicklung muss auch der Gesetzgeber Rechnung tragen.

 

4. Was kann man an der aktuellen Gesetzeslage verbessern?

Grundsätzlich muss innerhalb der geltenden Verordnung das Thema Sicherheit nach neuestem technischen Standard mehr berücksichtigt werden. In diesem Punkt ist es die schlechtere Alternative, sich allein auf die Freiwilligkeit und Einsicht jedes Einzelnen zu verlassen. Nicht zuletzt: Wer mit schlechter Beleuchtung im Dunkeln Fahrrad fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Hier muss der Gesetzgeber durch deutliche Vorschriften wasserdichte Regelungen für sichere Fahrräder schaffen.

 

5. Warum ist passive Beleuchtung so wichtig? Sollte man nicht mehr Aufmerksamkeit auf die aktive Fahrradbeleuchtung legen?

Sicherlich – eine funktionierende aktive Fahrradbeleuchtung ist ein Muss für jeden Fahrradfahrer. Nicht ohne Grund ist jedoch bereits heute reflektierendes Material in den Fahrradspeichen rechtlich vorgeschrieben. Nur so ist garantiert, dass ein Radfahrer auch von der Seite erkennbar ist. Neuartige Speichenreflektoren erhöhen diese Erkennbarkeit sogar auf eine Rundum-Reichweite von beinahe 360 Grad – und schaffen so um ein Vielfaches mehr Sicherheit. In der Realität sind die Lampen vorn und hinten am Fahrrad außerdem sehr fehleranfällig. Reflektoren hingegen können nicht ausfallen und sind daher als passive Beleuchtung unverzichtbar.

Ein riesiger Unterschied: Katzenaugen (links) und neuartiges, reflektierendes Material.

Mit silbernem Speichenreflexmaterial sind Radfahrer auch im Großstadtverkehr gut sichtbar.