Situation & Ziel

 

Rund 74.000 verunglückte Fahrradfahrer

Das Statistische Bundesamt vermeldete am 3. Juni 2007, dass inzwischen 67 Millionen Fahrräder durch Deutschland rollen. Im Vergleich zum Jahr 2000 (60,8 Millionen) ist das ein Plus von 6 Millionen oder 10 Prozent. Eine beeindruckende Wachstumszahl, von der die deutsche Automobilindustrie sicherlich träumen dürfte.

Damit besaßen nach Ergebnissen der laufenden Wirtschaftsrechnungen 81 Prozent der Privathaushalte mindestens ein Fahrrad. Haushalte von Paaren mit Kindern erreichten im Jahr 2006 mit 96 Prozent nahezu eine Vollausstattung, dagegen hatten nur zwei Drittel der allein Lebenden (66 Prozent) ein Fahrrad. Laut Kraftfahrtbundesamt wächst der Pkw-Bestand dagegen nur um 1 Prozent. Am 1. Januar 2007 waren 55,5 Millionen Kraftfahrzeuge beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert.

Im Autoland Deutschland scheint also dem Fahrrad die Zukunft zu gehören.

In immer mehr Kommunen wird das Thema „Fahrradfreundlichkeit“ als Plus für die Lebensqualität angesehen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Kraftstoffpreise und CO2-Emissionen.

 

Sicherheit

Wenn immer mehr Menschen Rad fahren, sollte auch die Sicherheit von Radfahrern stärkere Beachtung finden. Allerdings kam es laut ADAC zu 74.090 Fahrradunfällen mit zum Teil Schwerverletzten und 475 Toten (Stand: 2004). Der ADAC nennt als Hauptursache die Missachtung der simpelsten Verkehrsregeln.

Die BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen) führt in einer älteren Studie aus dem Jahr 1996 „technische Mängel am Fahrrad“ als Grund für Fahrradunfälle mit Personenschäden an. Dabei rangiert das Thema „Beleuchtung“ mit 46,2 Prozent weit vor dem Thema „Bremsen“ mit 28,9 Prozent und „Sonstige“ mit 20,5 Prozent. Im Jahr 2000 war das Thema „Beleuchtung“ mit 55,6 Prozent weiter in den Vordergrund gerückt. Aktuellere Zahlen liegen zwar nicht vor, aber wer sich bewusst im Straßenverkehr bewegt, wird unschwer erkennen, dass es um das Thema „Sehen und Gesehenwerden von Fahrrädern im Straßenverkehr“ nicht gut bestellt ist.

Das wird auch durch andere Untersuchungen belegt, die darauf hinweisen, dass 25 Prozent aller neu erworbenen Fahrräder mit mangelhaften Lichtanlagen verkauft werden. Besonders Fahrräder aus Groß- und Supermärkten, die selbst montiert werden müssen, erweisen sich als mängelbelastet.

 

Ziel

Um sich zu schützen, gibt es die allseits bekannten gelben Katzenaugen. Sie stellen aber nicht den letzten Stand der Technik dar:

  • In den letzten Jahren sind reflektierende Speichen, Felgen oder Reifen hinzugekommen. Meist aber nur bei besseren und damit teureren Rädern.
  • Noch besser geeignet, um das Rad relativ einfach sicher zu machen, sind neuartige, weiß reflektierende Speichenreflektoren, die man einfach auf die Speichen aufclipt (Sicherheitstechnologie).

Damit in Zukunft alle Radfahrer gleich gut geschützt sind, sollten reflektierende Speichen, Felgen oder Reifen bzw. die Speichenreflektoren vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden.

Mit einer rein freiwilligen Regelung ließe sich dieses Ziel nicht erreichen.

Ein riesiger Unterschied: Katzenaugen (links) und neuartiges, reflektierendes Material.

Mit silbernem Speichenreflexmaterial sind Radfahrer auch im Großstadtverkehr gut sichtbar.